Mensch, da steht sein Name drauf
Rheinberg, 14.12.2007, CARMEN FRIEMOND,
SERIE. Und noch 'ne Geschenkidee: Bastian Baumgart aus Xanten hat seinen ersten Fantasyroman geschrieben.
XANTEN. Gelesen hat Bastian Baumgart schon als Kind ganz viel. Alles, was ihm in die Finger kam, querbeet. Bis der heute fast 23-Jährige Wolfgang Hohlbein entdeckte. Davon war er so begeistert, dass er sich sagte: "Dabei bleibst du." Und so war es auch. Der Student war und ist Fantasy-Fan. Das nächste Fantasybuch, das Bastian Baumgart in die Hände bekommt, muss er nicht mehr lesen. Das kennt er schon. "Das Schattenland - die Zusammenkunft" ist sein erster, aber garantiert nicht sein letzter Roman. Denn sein Verlag war von Baumgarts Arbeiten so begeistert, dass er ihm gleich einen Vertrag für eine Trilogie gab.
Mit beiden Beinen fest auf dem Boden
Wer den jungen Mann erlebt, kommt nicht im Traum darauf, dass er ein Fantasy-Autor ist. Bastian Baumgart steht mit beiden Beinen im Leben, studiert fleißig Wirtschaftsingenieurwesen und Elektrotechnik. Sein Traumberuf war der Architekt, wegen der späteren beruflichen Aussichten entschied er sich um. Geboren 1984 in Rheinberg, dann mit der Familie nach Moers umgezogen, Gymnasium, Austauschschüler in Seattle an der nordamerikanischen Westküste, Studium in Aachen. Die Eltern zogen in der Zwischenzeit nach Xanten, so dass Bastian immer wieder zurück an den Niederrhein kommt. Das Studium läuft gut, für seinen Wirtschaftsingenieur hat er das Vordiplom in der Tasche. Und das alles mit fast 23, nächste Woche feiert er Geburtstag.
Bastian Baumgart ist ein kreativer Mensch. Geschrieben hat er schon immer, während der Schulzeit unter anderem für die Schülerzeitung. Vieles aber, sagt der junge Autor, seien zunächst nur Fragmente gewesen. Die aber immer mehr wurden, "irgendwann hatte ich ganz viel Material zusammen, es fehlte aber der berühmte rote Faden". Der kam dann, als Bastian begann, seine Ideenskizzen zu einem Buch zu verarbeiten. Geschrieben hat er häufig im Zug zwischen Aachen und Xanten, abends setzt er sich lieber an sein Laptop als vor den Fernseher.
Ein Supergefühl
Schreiben, das ist für den sportbegeisterten Studenten (Fußball, Fitness), Entspannung, "ein klarer Ausgleich zum täglichen Stress". Und auch, wenn jetzt das erste Buch erscheint, "sehe ich das Schreiben als Hobby". Kein Wunder, dass keine Rede davon ist, das Studium an den Nagel zu hängen und sich ganz aufs Schreiben zu konzentrieren.
Warum Fantasy sein Ding ist, weiß Bastian Baumgart ganz genau. Von Anfang an habe ihn das Eintauchen in andere Welten fasziniert, ihre logische Strukturierung. Und der Gedanke: "Wie es auch hätte sein können." Es ist der immerwährende Kampf Gut gegen Böse, der sich auch durch Baumgarts Debütroman zieht. Er wandelt dabei auf Tolkiens Pfaden, entführt den Leser in eine mittelalterliche Phantasiewelt.
So viel sei verraten: Im Wald der Elfen geht das Gerücht um, dass der alte Rat von den dunklen Schattenwesen getötet wurde. Von der Seherin, die die Geschicke des Volkes lenkt, fehlt jede Spur. Und das gerade zu dem Zeitpunkt, da die Völker der Elfen, Gebirgler und Menschen sich langsam wieder annähern.
Hört sich vielversprechend an. Dachte sich auch der Autor und schrieb frohgemut Verlage an. 17 insgesamt, allerdings nur die großen, bekannten. "Die geben aber unbekannten Autoren so gut wie keine Chance." Anders beim Schweitzerhaus Verlag in Erkrath, der das Buch herausbringt. Erscheinungstermin: 18. Dezember.
Die Vorstellung von einem Leben als Bestsellerautor mag vielleicht schön sein, aber für Bastian Baumgart absolut unrealistisch. 500 verkaufte Exemplare, hat er sich überlegt, wären für einen Erstlingsroman prima. Mittlerweile kann er die Messlatte etwas höher legen. Denn es gibt schon jede Menge Vorbestellungen, allein von den 100 Büchern, die er für sich reserviert hat, sind bereits 97 weg.
Als Bastian mitten im Hochsommer die Zusage bekam, verbunden mit der Idee, aus dem "Schattenland" eine Trilogie zu machen, da sei das "ein Supergefühl" gewesen. Wie das sein wird, in der nächsten Woche dann wirklich das erste eigene Buch in der Hand zu halten, kann er sich noch gar nicht so richtig vorstellen. Aber bestimmt gut. 600 Seiten dick, "ein Traum, Mensch, da steht wirklich mein Name drauf".
Bastian Baumgarts erster Roman "Das Schattenland - Die Zusammenkunft" erscheint am 18. Dezember zum Preis von 18,50 Euro beim Schweitzerhaus Verlag. ISBN 978-3-939475-27-9. Weitere Infos: www.schattenland.eu. Dort kann das Buch ebenfalls bestellt werden.