Karin Schweitzer:

Wer ist Kerstin Surra?

Kerstin Surra:

Ich bin 39 Jahre alt, Mutter von zwei kleinen Kindern und wohne in Köln. In der schönen Stadt, in der man sich schon immer schöne Geschichten erzählt hat. Bücher haben schon immer eine große Rolle in meinem Leben gespielt. Sie selber schreiben und Illustrieren zu können, macht mir sehr viel Spaß.

Karin Schweitzer:

Ja, das merkt man, wenn man ihre Texte liest. Wie lange schreiben Sie schon?

Kerstin Surra:

Wie lange ich schon schreibe? So lange ich denken kann. Als ich noch nicht schreiben konnte habe ich die Geschichten in meinem Kopf erfunden und immer weiter ausgebaut. Das Schreibenlernen hat meinen Kopf davor bewahrt zu platzen.

Karin Schweitzer:

Was schreiben Sie?

Kerstin Surra:

Was ich schreibe? Ich will mich nicht festlegen. Zurzeit schreibe ich Kinder und- Jugendbücher. Meine Kurzgeschichten richten sich an eine erwachsene Leserschaft.

Karin Schweitzer:

Wo holen Sie nur Ihre Ideen her? Ihr Schreibstil ist so individuell, Ihre Sprache so blumenreich, so überschäumend, so bildgewaltig, dass man davon süchtig werden kann.

Kerstin Surra:

Meine Ideen hole ich mir aus dem Leben. Ich beobachte genau. Oft stecken in kleinen Begebenheiten große Geschichten. Auf Reisen hole ich mir Anregungen, die ich gerne in meine Geschichten einbringe.

Besonders der Urwald hat es mir angetan, aber auch die Weiten Patagoniens, die traurigen Straßen von Belfast oder das quirlige Treiben der Metropolen.

 

Meine Sprache ist bildgewaltig, oft poetisch. Trotzdem versuche ich Spannung aufzubauen. Lustige und traurige Begebenheiten wechseln sich in den Geschichten ab, weil es auch im Leben so ist.

Ich lasse gerne meine Phantasie spielen und manchmal treibt sie seltsame Blüten, die ich nicht immer unter Kontrolle habe.

Wenn ich schreibe, versinke ich in den Welten, die ich erschaffe und durchleide die selben Gefühle wie meine Helden.

Karin Schweitzer:

Sie sind als Autorin selbständig und es ist Ihre Arbeit, wie lässt sich das neben den Pflichten einer Mutter und Ehefrau vereinbaren?

Kerstin Surra:

Nein, Schreiben ist keine Arbeit, reinstes Vergnügen. Ich brenne darauf, mich endlich vor ein weißes Blatt setzen zu dürfen, und meinem Kopf zu erlauben, los zu legen. Dann sprudeln die Geschichten heraus. Manchmal denke ich, dass ich gar keinen Einfluss auf sie habe, weil sie schon fertig aufs Papier fallen. Ich schreibe, wann immer es mir meine Zeit erlaubt.

Karin Schweitzer:

Letztes Jahr haben Sie zusammen mit Katharina Ende die Trilogie „Amora“ begonnen, was es schwierig, sich auf einen Schreibstil zu einigen?

Kerstin Surra:

Gar nicht. Wir haben uns auf wundersame Weise ergänzt und inspiriert. „Amora, Feenland in Gefahr“ ist sozusagen im Wechsel entstanden. Katharina hat angefangen und ich habe weiter gemacht. Als ich eine Denkpause brauchte, hat Katharina weiter geschrieben, uns so weiter, immer abwechselnd. Wir haben uns gegenseitig lektoriert und auf diese wunderbare Weise ist ein Gemeinschaftswerk entstanden, auf das wir sehr stolz sind. Feenland in Gefahr war letztes Jahr, dieses Jahr schreiben wir an Amora, die verlorene Stadt und nächstes Jahr erschaffen wir Amora und das unbekannte Land.

Karin Schweitzer:

Hier noch einige Infos zu den Veröffentlichungen von Kerstin Surra. Auf den Stufen des Mondes, ein Märchenroman, erschien zuerst im Schattenfaenger Verlag und siedelte 2007 zum Schweitzerhaus Verlag über. 978-3-939475-24-8,

Weitere Veröffentlichungen von Kerstin sind:

Nur die hohen Töne, Kurzgeschichte aus dem Buch Liebe … nur ein Wort?, erschienen im Schweitzerhaus Verlag 978-3-939475-05-7

Vorbereitung ist alles, Kurzgeschichte aus dem Buch Freitag, der 13te, erschienen im Schweitzerhaus Verlag 978-3-939475-06-4

Der Fluss, Kurzgeschichte aus dem Buch Unglaubliche Begegnungen, erschienen im Schweitzerhaus Verlag 978-3-939475-09-5

Amora, Feenland in Gefahr, erschienen im Schweitzerhaus Verlag 978-3-939475-30-09

Wir sind gespannt auf deine nächsten Veröffentlichungen. Nächstes Jahr wird es eine Fortsetzung von der großen Wanderung mit Ole Oleseon, Viola, die Sternensucherin und Spukdei, dem alten Poltergeist, Randolph, dem König ohne Volk, Clare, der Räuberhauptmännin geben.

Vielen Dank, Kerstin, für dieses Interview.